Welches Motiv ist ein Foto wert?

eiWenn ich achtsam fotografieren möchte, dann will ich nicht werten, bevor ich auf den Auslöser gedrückt habe. Ich denke nicht: ist das Objekt lohnenswert? Ist es schön? Treffe ich mit dem Bild eine Aussage? Kann ich das Bildergebnis posten? Wird es geliked? Kann es mit dem Foto eines orientalischen Gewürzstandes mithalten?

Ich habe oft einfach Lust zu fotografieren, schnappe mir die Kamera und schaue durch den Sucher. Ich bin offen für das, was ich dann entdecke, was sich mir anbietet.

Natürlich ist es im Nachhinein viel schwerer, seine Fotos völlig wertfrei zu betrachten. Ich will und kann ja auch nicht alles speichern und bin eigentlich auch ziemlich gut im „löschen“. Aber auch das Betrachten im Nachhinein kann ich tun, indem ich Abstand zum Foto nehme und es mir selbst beschreibe: Was sehe ich? Wie sind die Farben? Wie ist es belichtet? Was sagt das Histogramm? Habe ich das, was ich über Bildgestaltung weiß, beachtet? Liegt der Fokus gut? Und die noch wichtigeren Fragen: Welche Emotionen habe ich vielleicht? Kann mir das Bild eine Geschichte erzählen?

Manchmal trenne ich mich dann auch von Bildern, deren Entstehung viele Versuche gedauert hat, die aber nichts sagen, nichts erzählen, mich als Ergebnis doch nicht ansprechen. Genauso kann ich bei einer nicht korrekten Belichtung ein Auge zudrücken, im schlimmsten Fall über einen schlecht gesetzten Fokus hinwegsehen.

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6 Gedanken zu “Welches Motiv ist ein Foto wert?

  1. Hallo Heidi,
    ich „werte“ im Vorfeld einer Aufnahme schon: Ist es wert, dies oder jenes zu fotografieren? Nicht unter dem Aspekt, ob es lohnenswert ist, das Foto anschließend zu posten, sondern eher unter der Fragestellung ob es sich für mich um ein „lohnenswertes Bild“ handelt: Was zeigt das Motiv? Ist es „bedeutsam“ hinsichtlich der Farben, der Formen? Erzählt es das Motiv etwas? Was für eine Stimmung erzeugt es? – Ich könnte die Liste fortführen.. Dieses Vorgehen hat bei mir im Laufe der Jahre zu einer Achtsamkeit im Umgang mit der Natur, nein, nahezu allem, was mich umgibt, geführt
    Die Technik des Fotos… nun ja, da bin ich auch in der Nachbearbeitung in Lightroom achtsam: Für mich gilt immer, weniger ist mehr. Behutsames bearbeiten des Fotos… Mein Fokus liegt auf einer „richtigen“ Aufnahme, bei der nicht mehr viel bearbeitet werden muss.
    Lg,
    Werner

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    1. Hallo Werner, ganz lieben Dank für deinen Kommentar! Du bist wahrscheinlich auch jemand, der ganz genau schauend durch die Gegend läuft mit der Kamera in der Hand und die Dinge aus jeglicher Perspektive vor die Linse nimmt:-)… Ja, du hast Recht, das Fotografieren bringt einen dazu, viel achtsamer mit allem, was einen umgibt, umzugehen… Das fasziniert mich ja auch so sehr… Zur Technik: An den heutigen Kameras kann man ja im Vorfeld auch wirklich schon so viel einstellen, dass meiner Meinung nach keine Bearbeitung – oder nur eine sehr leichte – „notwendig“ ist… Dein Vorgehen ist auf jeden Fall eins, bei dem stimmungsvolle, „sprechende“ Fotos herauskommen!!!
      Lieber Gruß

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  2. Ich habe eine Entwicklung durchgemacht. Am Anfang habe ich an einer Lokation hunderte von Fotos „geschossen“. Zu jeder Tageszeit. Heute mache ich 5-10, eher 5 als 10. Am liebsten früh morgens oder spät abends. Ich entscheide mich heute öfter keine Foto zu machen. Ich arbeite nur noch mit Stativ und nutze Filter um die Fotos in der Kamera schon zu optimieren. Ich komme von den großen Vollformat Kameras und bin auf das X System von Fuji (spiegellos) gewechselt. Die Kamera ist ein Werkzeug und kein entscheidender Faktor. Jedes Motiv das Dich anspricht ist das richtige. Wir sind die Zuschauer die Deiner Inszenierung mit Begeisterung folgen. Man sieht an Deinem Blog das Du den richtigen Ansatz verfolgst. Du erzählst Geschichten mit Deinen Bildern, Du setzt Projekte und Ideen um. Gefällt mir sehr. Werde ich mit Aufmerksamkeit und Spannung weiter verfolgen. Reinhold

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    1. Oh, wow, auch hier vielen Dank! Das ermutigt mich, weiterzumachen und meinen Weg zu gehen, darauf zu lernen, meine Essenz weiter zu behalten, zu suchen und auszufeilen… Vielen Dank! Es ist toll, auch so viele und offene Infos und Erfahrungen von jemandem zu bekommen, der schon viel länger dabei ist und das offensichtlich mit Leidenschaft und tollen Ergebnissen!

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