hbo_1689Hier hatte mein Mann die Kamera in der Hand, um mich bei der Arbeit an den Bienen zu fotografieren ohne den blassesten Schimmer davon, wie die Spiegelreflex funktioniert, was gerade eingestellt ist und was er tut. Das Ergebnis gefällt mir aber ziemlich gut.

Bei so einem Foto, das so seinen ganz eigenen Reiz hat, aber eigentlich ein „Unfall“ ist, wird mir noch mal klar, wie sehr ich manchmal um technisch „perfekte“ Fotos bemüht bin oder mit einer Technik zu ihrem Selbstzweck experimentiere und wie ich auch manchmal die Seele des Fotografierens darüber vergesse.  Natürlich ist die Kamera ein Instrument, aber die Technik daran ist nicht aus Selbstzweck da… vielmehr sollte die Stimmung, die Atmosphäre, das Licht, das Gefühl vorgeben, wie die Technik zu nutzen ist… Und manchmal ist es allein das Auge des Betrachters, was aller Technik zum Trotz ein bezauberndes Foto schafft… So ist es sicherlich oftmals für einen Hobbyfotografen gut, nicht mit Optimierungsansprüchen an die Sache zu gehen und mit wenig Druck und Erwartungen…

Achtsamkeit. Letztens habe ich in einem Zeitschriftenartikel zum Thema Achtsamkeit gelesen, dass wir oft Achtsamkeit praktizieren oder meditieren wollen zum Zweck der Selbstoptimierung – so wie wir das heute in so vielen Bereichen wollen. Instrumentalisierten wir die Achtsamkeit zu diesem Zweck, bleibe uns verborgen, was sie uns wirklich zu bieten habe. Achtsamkeit oder Meditation entfalten ihre Wirkung nur, seien sie ein Akt der Liebe und Fürsorge für sich selbst; übten wir ohne Druck und Erwartungen, könne sich unser Inneres entfalten. („moment by moment“, Ausgabe 05)

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13 Gedanken zu “Schleierhaft

  1. ein sehr schöner text, dem ich auf jeden fall zustimme. das passiert in der fotografie glaube ich oft, dass man über die perfektion den moment vergisst. gut, sich immer wieder daran zu erinnern!

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  2. Wow- was für ein Foto. Da hätte ich nie im Leben gedacht, dass es ein Unfall gewesen sein könnte, sondern mich eher gefragt, wie der Fotograf es geschafft hat, auf diese Idee zu kommen und sie so genial umzusetzen.
    Vielleicht sollten wir echt alle wieder mehr auf Momente und nicht auf die Technik achten… Mal sehen, ob mir das gelingt, denn oft habe ich das Gefühl, keinen Blick für Motive zu haben 😦

    Liebe Grüße

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      1. Wir haben einen naturnahen Garten, in dem sich seit wir hier wohnen sowieso Hummeln und Wildbienen tummeln… damit das so bleibt, habe ich extra bienenfreundliche Pflanzen gepflanzt und der logische Schritt war dann vor zwei Jahren, einen Imkerkurs zu machen und dann selbst anzufangen… hat sich irgendwo also so ergeben🙃

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  3. Ein super gelungenes Bild. Manchmal sind solche „Unfälle“ der Einstieg in eine neue Arbeitsweise, vorausgesetzt man kann die Kameraeinstellungen und die Situation rekonstruieren. Das sollte Dich auch dazu animieren, die Kamera mal bewusst „falsch“ einzustellen, etwas gegen jede Regel zu machen. Bei der Analyse der Ergebnisse ergeben sich dann oft neue Wege, aber mindestens lernt man das Licht und die Kamera kennen.
    Viel Spaß und LG
    Gerhard

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