Abenteuer Achtsamkeit

dsc_0071Wer sich mit der Achtsamkeitspraxis beschäftigt, ist mit Sicherheit schon über Jon Kabat Zinn gestolpert. Achtsamkeit ist nach Jon Kabat Zinn „nichts für Feiglinge“. Achtsamkeit ist nicht Wellness oder Entspannung, sondern gerade, wenn man beginnt, in die Achtsamkeitspraxis einzusteigen, merkt man, dass es eigentlich viel mehr eine Abenteuerreise ist. Es begegnet einem nicht nur das Schöne, das Ruhige, das Entspannte… wir begegnen dem, was in uns ist. Das sind nicht selten auch Wunden, Schmerzen, Wut, Scham und eine ganze Palette an „schlechten“ (Achtung: Wertung!) Gefühlen, die wir ja eigentlich auf gar keinen Fall haben wollen… Wir wollen doch auf dem Weg der Achtsamkeit so herrlich entspannen!

Aber wir lernen, dass das Leben eben nicht nur relaxt, entspannt, glücklich, fröhlich, bunt und geprägt von „schönen“ Gefühlen sein muss so wie wir es vielleicht gerne hätten oder es uns als erstrebenswert präsentiert wird, sondern dass das Leben eben eine Fülle von allen möglichen Gefühlen ist. Und wir wollen ja genau das: LEBEN – jetzt, in seiner ganzen Fülle.

Jon Kabat Zinn macht klar, dass das Ziel von Meditation oder Achtsamkeitspraxis nicht ist, die Wellen des Lebens zu stoppen, sondern es ist Ziel zu lernen, sie zu reiten. Wenn wir lernen, das Leben in all seinen Facetten anzunehmen, können wir besser mit Stürmen und hohen Wellen umgehen, wir können das Trübe annehmen ebenso wie das Licht. Wir lernen, dass wir die Wellen des Lebens nicht kontrollieren können; aber wir können lernen auf ihnen zu reiten.

Wenn man nicht mehr so sehr daran festhält, nur schöne Gefühle zu nähren, verändert sich etwas…

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Fotografie. Ein paar Worte zu den Fotos: die SW-Fotos sind auf einer Wanderung entstanden an einem sonnigen, wunderschönen Herbsttag; ich hatte mir aber selbst das Thema „Zerfall“ gestellt und fand es sinnvoll, monochrom unterwegs zu sein… der Wanderpfad hat mir einige Motive angeboten, die doch ganz gut zu dem etwas düsteren Thema passten… Die Tulpe stand vor einem Fenster, ist stark überbelichtet und ich hatte Gegenlicht, den Effekt finde ich ganz interessant…

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6 Gedanken zu “Abenteuer Achtsamkeit

  1. Ich finde es verdammt schwierig im JETZT zu sein. Ich muss mich da stark konzentrieren, sonst schweifen meine Gedanken viel zu leicht ab. Nicht, wenn ich Dinge tue, sondern wenn ich z. B. von Ort A nach Ort B gehe oder irgendwo warte. Dann aufmerksam zu bleiben und nicht den Gedanken nachhängen, ist eine Kunst, die ich vielleicht nie beherrschen werde … Aber zumindest trainiere ich sie.

    Schönes Wochenende! 😀

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    1. Ich habe Freunde, die wirklich schon lange meditieren und das auch nicht beherrschen… aber darum geht es eben: üben, sich immer wieder freundlich daran erinnern, im Jetzt zu bleiben, geduldig mit sich selbst zu sein… Zu merken, dass man seinen Gedanken nachhängt, ist ja auch schon Achtsamkeit…
      Danke für deinen Kommentar❤︎!
      Ein schönes Wochenende!😊

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      1. Ja genau, so sehe ich es letztlich auch. Immer bewußt machen, dass ich mit meinen Gedanken schon wieder woanders bin und dann ins Jetzt zurückkehren. Und wenn es nur 3 Minuten anhält 😉

        Dir auch ein schönes Restwochenende 😀

        Annett

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  2. Hm die Wellen des Lebens zu reiten, gute wie schlechte Gefühle zuzulassen. Achtsamkeit hört sich gut an. Für manche Menschen mag dabei das Bestreben auch schlechte Gefühle nicht zu verdrängen so wichtig sein, wie für andere, die guten. Auf die Balance kommt es wohl an.
    Ich habe mich mit dem Begriff Achtsamkeit und was er bedeutet noch nicht intensiv auseinandergesetzt. Wenn, erschien Achtsamkeit mir als eine Möglichkeit, weniger durch das Leben zu hetzen.
    Sehr schöne Bilder 🙂 besonders das letzte schwarzweiße Bild (Silbertaler?)
    Lucy

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