Fotoprojekt. Die Überschriften der Fastenaktion von Andere Zeiten e.V. möchte ich fotografisch umsetzen… Hier das Ergebnis der zweiten Woche: HBO_5959

Selbstversuchen statt Googeln… Vor ein paar Wochen hatten wir 14 Tage lang Besuch aus China. Viel haben wir gelernt – über China, über unseren Gast, über Deutsch als Fremdsprache und über uns selbst. Kraniche, die ich sehr liebe, gelten in China als „Vogel des Glücks“. Es hat sich so ergeben, dass wir einmal in der Küche standen, während wir darauf warteten, dass der Reis gar wurde und einen Kranich falteten. In China gilt es als großes Geschenk, jemandem zum Geburtstag viele gefaltete Kraniche zu schenken oder sie als Mobile aneinandergereiht aufzuhängen.

Selbstversuchen statt Googeln… Ich wollte mir unbedingt merken, wie ein Kranich gefaltet wird, habe noch einen einzigen geübt, während unser Besuch da war, dann hatte sich das Thema Origami-Kranich auch wieder erledigt. Die gefalteten Kraniche standen bisher in der Küche im Regal, von Tag zu Tag unbeachteter. Wie man einen faltet, hatte ich natürlich schon wieder vergessen.

Selbstversuchen statt Googeln… Wenn wir etwas nicht wissen, googeln wir schnell… für das Foto hatte ich mir ganz bewusst als Experiment vorgenommen, einmal nicht zu googeln, sondern selber zu überlegen, zu tüfteln, zu experimentieren, mich zu erinnern, wie das noch mal war mit dem Falten. Über eine Stunde habe ich mich nun mit buntem Origami-Papier beschäftigt und den Kranichen. Es war wirklich eine Geduldsprobe, herauszufinden, wie er gefaltet wird…

Selbstversuchen statt Googeln… was habe ich heute gemacht? Habe ich über eine Stunde verschwendet, um ein Foto von ein paar gefalteten Kranichen machen zu können? Wäre alles schneller gewesen, wenn ich nach der Faltanleitung gegoogelt hätte…

Selbstversuchen statt Googeln… aber was habe ich dabei heute auch „erlebt“? Ich habe über eine Stunde hochkonzentriert im Garten am Tisch gesessen, die Frühlingssonne scheint mir auf den Kopf, die Vögel zwitschern, der Hahn von nebenan kräht, die Schäfchen blöken, meine Bienen summen, der erste Zitronenfalter ist vorbeigeflattert, leichter Wind weht, meinen Rücken halte ich noch mit einer Fleece-Decke warm… meine Hände gleiten über das quadratische Papier, drehen und wenden es, formen die Spitzen sorgfältig aus… ich freue mich, dass ich selbst herausgefunden habe, wie gefaltet wird… wahrscheinlich werde ich es so schnell nicht wieder vergessen… und natürlich wird dann auf der Wiese liegend gruppiert, drapiert, hin- und hergedreht, fotografiert… ich bin ganz im Einklang mit mir und der Welt…

Selbstversuchen statt Googeln… Kinder haben ganz schnell irgendwann den Drang alles selbst zu versuchen… Man darf bei nichts mehr helfen, sie wollen alles alleine machen… Wann verlieren wir das Selbstversuchen?

Steffi von Sunflowersdarling hat auch einen Beitrag zu „selbstversuchen“. In der dritten Fastenwoche soll die Überschrift „verbinden“ fotografisch umgesetzt werden.

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8 Gedanken zu “Selbstversuchen

  1. Ein toller Beitrag, eine wunderbare Aussage. Gerade ist irgendwie überall das Thema „Entschleunigung“ allgegenwärtig. Ich nutz google auch, aber ab und an versuche ich mich bewusst dagegen zu wehren. Allerdings ist es gespenstisch, wenn man beobachtet wie integriert google mittlerweile in unserem Alltag ist. Und wer gehört schon nicht zu den Menschen, die nicht mindestens einmal pro Tag google nutzen… Scahde eigentlich…

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    1. Ist ja auch ok, zu googeln und es bietet sicherlich auch viele Vorteile… ich googel auch oft und regelmäßig, weil ich einfach ein wissbegieriger Mensch bin… ABER es mal bewusst zu lassen, führt auch dazu, es bewusster zu nutzen… nicht so automatisiert zu handeln und das Gefühl zu haben, sich bewusst dafür oder mal eben auch dagegen zu entscheiden, entschleunigt auch schon viel!

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  2. oh wie schön..ich hatte auch mal eine Origamikranichbastelphase…. und ich habe mir auch mal ein Mobile gebastelt… ich konnte mich , genau wie du , nicht mehr erinnern wie man diese schönen bunten Blätter faltet. Da ich ja für das Mobile so viele Module brauchte , war ich mir sicher, dass meine Hände wieder wussten was sie tun mussten….und bekam es auch wieder hin. Es ist schön, wenn man sich Zeit lassen kann, sich zu erinnern und versuchen kann es alleine wieder hinzubekommen. … Dabei ist es wohl am wichtigsten : sichzeitlassenkönnen !!! Du hast uns das mit deinem Projekt wunderbar vermittelt und bin dir sehr dankbar dafür : Namaste 🙂

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    1. Du triffst es ganz genau… sichzeitlassenkönnen ist wunderbar! Ich freue mich, wenn ich daran erinnern konnte und einen kleinen Beitrag dazu leisten kann, dass andere einen kleinen Funken davon mitnehmen und es vielleicht ein paar Sekunden verbesserte Lebensqualität schenkt, dass man noch mal dran erinnert wurde und es vielleicht umsetzt… – Namaste😊!

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