Im Leben sein

cloudysky-2Fotografie und Achtsamkeit. Seit ich intensiv fotografiere, denke ich immer mehr darüber nach, wann die Kamera mein Begleiter sein sollte und wann nicht. Gerade als ich die Kamera neu hatte, mich auch viel in die Technik „einfuchste“, hatte ich die Kamera eigentlich immer dabei. Es könnte ja sein, dass sich ein Motiv anbietet, das ich unbedingt fotografieren „muss“…

Das hat so langsam aber nicht nur meine Familie gestört sondern auch mich selbst… es war wie eine ständige „Jagd“… ich fühlte mich zunehmend als sei ich nicht mehr im Leben „drin“, sondern als jage ich Teile daraus, die ich festhalte… festhalte, um Technik zu üben, anschließend in Lightroom etwas zu entwickeln und gegebenfalls auch um etwas für einen Blogbeitrag zu haben… Wenn sich die vordatierten Blogbeiträge dem Ende zuneigten, war klar: die Kamera muss mit, ich brauch was Neues…

…ganz schön anstrengend… und eigentlich fotografiere ich doch zum Entspannen, zum Durchatmen… …

Mehr und mehr bin ich dazu übergegangen, die Kamera zu Hause zu lassen… oder sie eben mitzunehmen, aber dann weil ich fotografieren möchte, mich gezielt dem Fotografieren, Sehen, Entdecken und dem Dialog-mit-der-Welt-vor-der-Kamera widme… Wenn ich die Kamera zu Hause lasse, „fotografiere“ ich mit den Augen, mit dem Herzen… inhaliere ich das Leben…

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12 Gedanken zu “Im Leben sein

    1. Ja, das kenn ich sehr sehr gut… … für mich ist es aber tatsächlich auch ein Stück Freiheit mit von der von dir benannten Angst zu loszumachen;-)… es gibt sooooo viele schöne Motive… immer und überall…

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  1. so soll es sein. ❤ 😄 ich mache es genau so!
    weil wenn ich immer die kamera dabei habe, wird es geknipse. so kommt die kamera nur noch mit, wenn ich inspiriert bin, oder jedenfalls offen, mich inspirieren zu lassen. 👍🙏🙋

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  2. Ich verstehe deinen Gedankengang sehr gut. Ich habe eine Kamera extra gekauft um sie immer dabei zu haben. Es wurde etwas zum Zwang. Und gerade finde ich es sehr befreiend sie zu Hause zu lassen. Und wenn ich ein tolles „Motiv“ sehe genieße ich einfach den Moment ohne es festhalten zu müssen!
    Es wird bestimmt wieder eine Zeit kommen in der ich sie wieder „immer dabei“ haben möchte. Und da kann ich mich auch ganz entspannt drauf freuen.

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  3. Das ist echt absolut nachvollziehbar. Kenne ich auch…. …und ich lasse das Ding oft bewusst zu hause. Zur Not hat man ja immer noch das Smartphone, was ja auch ganz amtliche Bilder macht.
    Ich habe manchmal ein Gefühl, dass mir ständig jemand was wie „Ein guter Fotograf hat seine Kamera immer dabei!“ in Ohr flüstert und dann noch dreist verlangt, dass ich das auch so für mich zu manifestieren habe… …weil ich ja sonst kein guter Fotograf bin und wohlmöglich noch irgendeinen Verrat an irgendeinem Ethos begangen habe. Hmmm. Wird dann wohl so sein. Aber ich merke auch, wie gut es tut mal ohne Kamera loszuziehen, weil selbst verpasste Chancen auf ein gutes Foto im Endeffekt eine Riesenmotivation sind, das nächste mal mit Kamera wieder ganz BEWUSST auf die Jagd zu gehen.

    PS: Es war aber eine sehr gute Idee die Kamera an dem Tag mitzunehmen, denn das Foto ist großartig. Sehr spannend in dieser tollen Komposition die kleinen Dinge zu entdecken.

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    1. Tja, hier war ich echt mal froh, dass ich doch das Handy als Kamera genutzt habe, was ich eigentlich meist nicht mache… Hier war ich mit meiner Nichte und meinem Neffen selbst gebaute Drachen steigen lassen und ich wollte ganz für sie da sein – auch, wenn ich vorher abgewägt hatte, die „gute“ Kamera mitzunehmen, um sie bei der Aktion zu fotografieren… aber dann wäre ich eben nicht wirklich „bei“ ihnen gewesen… so habe ich alles in mir abgespeichert anstatt auf Speicherkarten😊… als mein Neffe aber dort oben stand und winkte, konnte ich mir doch ein einziges Foto nicht verkneifen;-)…

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      1. Das ist echt eine schöne Geschichte. So geht es mir auch oft, mal bewusst zu entscheiden vielleicht mal nicht zu photografieren. Das mit dem ‚in mir speichern‘ kenne ich auch. Einfach mal Bilder nur für sich abspeichern.. …finde ich auch gut.
        Habe mich lange auch dafür gerechtfertigt, dass es ja ’nur‘ ein Handyfoto ist… …aber wieso.. …die Dinger machen doch gute Aufnahmen. Selbst auf der Ausstellung neulich, hatte ich mindestens vier Drucke, die mit dem Handy entstanden sind.

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  4. Interessanter Text! Tolles Bild! Der eigentliche Schlüssel ist ja eigentlich schon „so habe ich alles in mir abgespeichert anstatt auf Speicherkarten“… Das klingt einfach, ist aber für uns Herzblut-Fotografen gar nicht so einfach… Deshalb hab ich es mir zur Regel gemacht, dass ich, wenn ich mit den Kindern unterwegs bin, auch die „große“ verzichte und lieber nah dran bin… Auch wenn das nicht immer leicht fällt 😉 Die Mischung machts…

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