Glückselige Tristesse

Meditative Fotografie. Als Kind und auch als Jugendliche war Draußen oft der beste Ort, an dem ich sein konnte. Am liebsten alleine durch die Natur , durch den Wald streifen, dann habe ich mich wohl gefühlt. Zuhause war es manchmal stressig, laut, nicht auszuhalten. Draußen war es ruhig, war ich frei. Immer hatte ich zwei Bücher dabei: eins, das ich gerade las und ein Tagebuch, in das ich all meine Gedanken schreiben konnte. Gerne auf oder unter einem Baum sitzend oder auf einer schönen großen Wiese… Manchmal bin ich auch nur umhergestriffen und bin da geblieben, wo es mir gefallen hat. Damals gab es auch noch kein Smartphone, es war wirklich ruhig um mich herum und konnte auch ruhig werden in mir…

Heute habe ich ein wunderschönes Zuhause, das eigentlich immer der beste Ort ist. Draußen ist aber immer noch der Ort, der mich frei sein lässt, mir Ruhe schenkt, an dem ich nichts brauche, die Kraft und Ruhe der Natur tief in mich einsaugen kann… Bücher habe ich heute nicht mehr dabei, aber hin und wieder gerne eine Kamera… das Smartphone lasse ich oft zu Hause und dann mache ich mich auf Streifzug durch meine Umgebung… und komme runter, erde mich… die Kamera kann meinen Fokus auf meine Umgebung lenken, weg von Gedankenkreiseln…

Auch und gerade das trübe Wetter liebe ich. Ich liebe diese herbstliche Melancholie, die Nebel mit sich bringt. Die Kühle, die Frische. Ich liebe die frühe Dämmerung und die blaue Stunde davor. Die Fotografie lässt mich richtig auf dieses Wetter warten, darauf hinfiebern, dass es mal so richtig trüb ist, wenn es tagelang so herbstgolden war, um fotografisch mal etwas anderes einfangen zu können. Fotografieren ermöglicht mir noch besser, die Natur zu sehen, wie sie ist, neugierig zu sein und offen. Eine Freundin sagte letztens, sie ziehe das trübe Wetter richtig runter – natürlich verstehe ich das, aber als Fotografin habe ich das Gefühl, mich da elegant rausnehmen zu können aus dem Herbstblues… und wenn er mich mehr als visuell erwischt, ihn irgendwie auch zu genießen.

Wenn es dann ganz dunkel ist, komme ich nach Hause, kalte Hände vom Halten der Kamera, rote Wangen von der frischen Luft; erfüllt von einer Leichtigkeit, die mich zu meinem wahren, ursprünglichen Ich führt.

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