Es war einmal…

 

Western-5… ein kleines „Wild-West-Abenteuer“. Den Ruf eines kreisenden Rotmilan hören, den Blick über die weite Ferne schweifen lassen, den Geruch von Pferden atmen, einem mächtigen Kaltblüter unter die Mähne fassen und die Wärme, Lebendigkeit und Kraft seines Halses spüren, das Wiegen des starken Leibes über Stock und Stein unter sich fühlen… sich tragen lassen durchs Leben… vertrauen…

Fotografie. Ein paar Tage habe ich auf einer Ranch verbracht. Auch wenn ich dort gut mit anderen Dingen beschäftigt war, konnte ich die Kamera nicht in der Tasche lassen;-)…

Es war einmal…

… ein Maisfeld.

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foto: etwa 600m vor meiner haustür

Das Maisfeld wurde einen Abend bevor dieses Foto entstanden ist, gemäht. An dem Abend war meine zweieinhalbjährige Nichte bei mir und wir haben einen Abendspaziergang gemacht; sie auf meinem Rücken in der Trage (zum Test für einen geplanten fünfstündigen Wandertag am folgenden Tag – sie kann ja eigentlich schon gut selber laufen;-). Am Horizont sahen wir dann zwei Traktoren, die sich dem Maisfeld näherten. Für meine Nichte war das sehr spannend, ich hätte dem Vorgang bei einem kleinen Abendspaziergang allein wenig Beachtung geschenkt. So haben wir aber genau beobachtet, was die schweren Maschinen machten und haben dort gestanden bzw. mehrfach das Maisfeld und den Mähdrescher und die ihn begleitenden Traktoren umrundet und uns alles ganz genau angesehen: wie die Maispflanzen vor dem Mähdrescher umknickten und „verschwanden“, wie er sie oben wieder kleingehäckselt ausspuckte, in welch elegantem Wechselspiel die Traktoren mit Hänger den Mähdrescher begleiteten, wie sich die Hänger zusehends mit Bergen von kleingeschreddertem Mais füllten, wie das Maisfeld sich in ein Stoppelfeld verwandelte… Dabei brach die Dämmerung über uns herein. Es war eine fantastische Atmosphäre: die Ruhe des vergehenden Tages und dazu die zügig und laut arbeitenden Maschinen, die aber irgendwie auch ganz eins mit ihrer Umgebung waren.

Ich bin an diesem Abend noch mal daran erinnert worden wie viel Neues wir entdecken, wofür wir uns begeistern könnten, wenn wir jeden Tag mit achtsamen, ganz im Hier und Jetzt verankerten Kinderaugen sehen könnten.

Leider hatte ich an diesem Abend keine Kamera dabei, habe aber viele Bilder im Kopf gespeichert, die atmosphärischer nicht sein könnten.