Schwarz und weiß gibt grau

ffFotografie und Achtsamkeit. Eine Wanderung an einem grauen Herbsttag auf dem „Fachwerkweg“ hat mich dazu inspiriert auf meiner Wanderung nach Dingen Ausschau zu halten, die schwarz-weiß sind.

Das war ein ganz gutes Vorhaben, denn in einem Herbstwald finden sich nicht so viele schwarz-weiß Dinge. An diesem Tag kam mir das sehr entgegen, weil ich zwar Lust hatte zu wandern, aber nicht so motiviert war zu fotografieren. Die Kamera wollte ich aber dennoch mitnehmen… Mir selbst dann einen roten Faden zu suchen, bewahrt mich davor, „wild“ herum zu knipsen und hilft mir gleichzeitig, meine Sinne zu schärfen…

Bei diesem Thema habe ich die Kamera tatsächlich nur selten vor meinen Augen gehabt. Der Herbsttag war ruhig, grau und auf den gut 14 Kilometern bin ich nur wenigen Menschen begegnet. Kaum ein Auto habe ich gehört – streckenweise bin ich durch nahezu gespenstische Stille gewandert… nur noch meinem eigenen Atem lauschend…ff-12

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Part III: Being relaxed

Sandra-20Foto mit Persönlichkeit. Und wie das bei Shootings eben ist: irgendwann wird man immer entspannter, das Zusammenspiel gerät immer mehr in einen Flow, jeder weiß gut, was der andere von ihm möchte…

Vor und hinter der Kamera verteilt sich die Energie irgendwann gleichmäßig, man kommt in einen Flow aus Vorschlägen, Drauf-Eingehen, Anbieten… auf beiden Seiten…

Dass in der Halle, vor der wir fotografiert haben, gerade auch noch Soundcheck für eine anstehende Party war und der Tontechniker „Who wants to live forever“ durch die Anlage jagte, hat das ganze Setting insgesamt sehr atmosphärisch gemacht…

Danke noch einmal, liebe Sandra, für diesen fotomäßig ergiebigen Nachmittag, aber auch für die gemeinsame, wirklich schöne Zeit😊!

Part II: Being Ready

Sandra-7Foto mit Persönlichkeit. Nachdem es uns gelungen war, Fotos zu machen, die Weichheit und Verletzlichkeit zeigen, konnten wir „stärker“ werden;-)…

Manchmal kommen Worte so aus mir heraus und es ist gar nicht schwer, Texte zu meinen Fotos zu schreiben… diesmal fällt mir zu den Fotos nicht viel (eigener) Text ein… stattdessen kommt mir eine Liedzeile in den Sinn… immer und immer wieder…

The train is always on time, the trick is to be ready to put your bags down…

(Adam Cohen, „Put your bags down“)

Part I: Being Lost

SandraFoto mit Persönlichkeit. Diesmal habe ich eine langjährige, liebe Kollegin vor der Kamera gehabt. Sandra war offen für meine Ideen, so dass ich eine kleine Fotoserie – in drei Teilen – erstellen konnte und dafür bin ich sehr dankbar!

Was mich am meisten gefreut hat, ist, dass Sandra sich für unser Foto-Experiment komplett abgeschminkt hat. In meinen Augen ist sie eine bildhübsche Frau, die kein oder nicht viel Make-Up braucht. Ich bin kein Schmink-Gegner, aber manchmal ist eben „nude“ auch spannend;-)… Ich war sehr berührt, dass sie mir die Möglichkeit gegeben hat, sie ein wenig davon zu überzeugen und dass sie den Mut hatte, sich ihrer eigenen kritischen Betrachtung zu stellen…

Wieder einmal habe ich großen Respekt davor, sich vor eine Kamera zu stellen und sich (neu) zu entdecken und zu zeigen… Vielen Dank😘!

Im Leben sein

cloudysky-2Fotografie und Achtsamkeit. Seit ich intensiv fotografiere, denke ich immer mehr darüber nach, wann die Kamera mein Begleiter sein sollte und wann nicht. Gerade als ich die Kamera neu hatte, mich auch viel in die Technik „einfuchste“, hatte ich die Kamera eigentlich immer dabei. Es könnte ja sein, dass sich ein Motiv anbietet, das ich unbedingt fotografieren „muss“…

Das hat so langsam aber nicht nur meine Familie gestört sondern auch mich selbst… es war wie eine ständige „Jagd“… ich fühlte mich zunehmend als sei ich nicht mehr im Leben „drin“, sondern als jage ich Teile daraus, die ich festhalte… festhalte, um Technik zu üben, anschließend in Lightroom etwas zu entwickeln und gegebenfalls auch um etwas für einen Blogbeitrag zu haben… Wenn sich die vordatierten Blogbeiträge dem Ende zuneigten, war klar: die Kamera muss mit, ich brauch was Neues…

…ganz schön anstrengend… und eigentlich fotografiere ich doch zum Entspannen, zum Durchatmen… …

Mehr und mehr bin ich dazu übergegangen, die Kamera zu Hause zu lassen… oder sie eben mitzunehmen, aber dann weil ich fotografieren möchte, mich gezielt dem Fotografieren, Sehen, Entdecken und dem Dialog-mit-der-Welt-vor-der-Kamera widme… Wenn ich die Kamera zu Hause lasse, „fotografiere“ ich mit den Augen, mit dem Herzen… inhaliere ich das Leben…

Lichtgeschenk

WeddingFotografie und Achtsamkeit. Das erste Mal habe ich recht „herzlos“ fotografiert. Bei einem Workshop, mit dem ich mich auf meine erste anstehende Hochzeit vorbereiten wollte, ging das Fotografieren des bestellten Paares eher sehr sachlich, nüchtern und unemotional vonstatten. Das bin ich sonst nicht gewohnt und ich habe einmal mehr gemerkt, wie wichtig mir die Menschen vor meiner Kamera sind, wie wertvoll und wie gerne ich ihnen meine Zeit und volle Aufmerksamkeit schenke… Hier war das Fotografieren logischerweise „Fließbandarbeit“ und jeder Teilnehmer hatte nur wenig Zeit… aber das Licht war einfach ein Geschenk😊… Wedding-2

Geheimnisvoll

FensterFotoprojekt. „Geheimnisvoll“ sollte es diesmal bei den Magischen Mottos von paleica werden. Als ich abends wieder einmal an „meinem“ Fenster stand, um Nebel, Wald, Weite und Herbst zu fotografieren, lag mir das Foto zu diesem Thema wortwörtlich im Rücken. Als ich mich im abendlichen Dämmerlicht umdrehte und den Blick hinter mich warf, war mein Blick durch die Kamera diesmal viel gebannter von der Szeniere, die mir dort in die andere Blickrichtung ins Auge fiel als von dem Ausblick nach draußen…

Industrial

Stöffelpark-6Fotoprojekt. Wenn Museen so sind wie der Stöffelpark, dann ist das weit entfernt von langweilig. Schon länger wollte ich hier hin, um mir ein Stück Lokalkolorit anzusehen und natürlich um zu fotografieren.

Ich war beeindruckt von diesem verwaisten und wieder zu neuem Leben erweckten Stück Industriekultur. Bei jedem Schritt lernte ich neu das Staunen… und es gab mal wieder ein paar Gelegenheiten, um auch mein Weitwinkel „artgerecht“ einzusetzen;-)…

Es wirkte alles gleichzeitig total futuristisch und irgendwie auch historisch… ich fühlte mich ein bisschen wie in den Film „Mad Max“ reingesogen und hätte mich nicht gewundert, wenn jeden Augenblick ein paar Menschen in Steam Punk Kleidung um die Ecke gekommen wären… …

Besonders beeindruckend fand ich auch die Werkstatthalle, in der ein großer Teil an Informationen des Museums interaktiv aufbereitet war… wahnsinnig ästhetisch und kunstvoll gestaltet… und vor allem für alle Sinne: beim Betreten der Werkshalle schlug einem der Geruch von Öl und Eisen entgegen, rau und pur; aus Lautsprecheranlagen kamen Anweisungen eines Werkstattleiters und das metallische Hämmern und Scheppern der Arbeiter; etliche interaktiven Informationselemente leuchteten in angenehmen Farben und bestachen die Augen; Metall, Stein, Plastik, Holz, Glas – alles konnte man anfassen…

Es war einmal…

Kommern-5…ein Besuch in vergangenen Zeiten, im Freilichtmuseum Kommern. Man kann das Freilichtmuseum auf so viele verschiedene Arten erleben… ich habe mich gegen die erwachsen-lesende und sich-informierende Art entschieden und bin stattdessen mit offenen Sinnen durch das Museum spaziert.

Vor allen Dingen bin ich riechend durch die verschiedenen Dörfer und Häuser gegangen und oft auch tastend. Einen tiefen Atemzug habe ich beim Durchschreiten einer jeden Tür genommen, wenn ich so ein altes Gebäude betreten habe. Erdiger, rauchiger Geruch der Eichenbalken hat mich empfangen und wohlig eingehüllt. Meine Hände immer wieder über altes Holz gleiten zu lassen oder auf die lehmverputzten Wände zu legen, war ein gutes, erdverbundenes Gefühl.

Und mit der Kamera in der Hand gehe ich natürlich sehend durch so ein Museum. An diesem sonnengesegneten Herbsttag haben mich besonders die Lichtspiele in den alten Häusern fasziniert. Nur kleine Fenster lassen Licht in die Stuben… das hat dann aber eine Intensität und Wärme, die wir mit großen Fenstern nur selten haben…