…Amazone

AmazoneFotografie und Achtsamkeit. Man sagt ja immer, ein Foto von einem Menschen sagt auch mindestens genauso viel über den Fotografen wie über die/den Porträtierte(n)… Als Kind und Jugendliche habe ich viel geschrieben… Tagebuch, kleine Texte und lange Geschichten… oft bewegten sich die Geschichten im Fantasy-Genre und ich liebte starke Frauen-Figuren… auch gezeichnet habe ich viel und bin dabei in Geschichten und Leben meiner Figuren eingetaucht… ich erinnere mich an Falknerinnen, Zauberinnen … und Amazonen…

Es hat irre viel Spaß gemacht, zu sehen wie mit Lisa so eine „Figur“ Gestalt annahm… jetzt, wo ich eigentlich die kindliche Faszination für Fantasy abgelegt habe und total „erwachsen“ bin… es war wie eine kleine Zeitreise zu verschütteten Gefühlen und Geschichten… …

In unserem Miteinander ist ein toller Flow entstanden… Zeitweise habe ich mich wie ein Kind auf Entdecker-Tour gefühlt, zumal auch die Location abenteuerlich war und wir am Ufer des versteckt und einsam gelegenen Sees bei jedem Schritt drauf achten mussten, wie weit wir einsinken… weicher Boden unter den Füßen, schmatzender Matsch… eine Sporttasche voller „Waffen“ und amazonischer Klamotten im Unterholz🙈… Brennesseln an den Beinen… Amazone-4Das Wasser hat je nach dem wie der Wind ging, sonderbar gerochen, ekelhaft; ein paar „unsichtbare“ Fische tauchten hier und da immer wieder an die Oberfläche und verschwanden mit einem unheimlichen Glucksen wieder… wie Seeungeheuer… … unsere Fantasie ratterte und gleichzeitig waren wir ganz im Hier und Jetzt…

Wir konnten ganz in das Amazonen-Feeling eintauchen und Lisa hat einfach genauso viel Lust auf das Thema gehabt wie ich und schon bei der Vorbereitung alles gegeben… Schon schön, wenn man sich gemeinsam so „austoben“ kann – just for fun;-)! Wir waren echt ein gutes Team😊!

Lisa und Making of…

LisaFotografie. Lisa und ich hatten etwas Besonderes vor. Ich habe mich riesig gefreut, dass ich jemanden finden konnte, der sofort Lust auf so eine „verrückte“ Idee hatte… Bevor es losging, haben wir ein paar Porträts gemacht…

Ich war überrascht, eine studierte junge Frau anzutreffen, die im Alltag eher in einer Männerdomäne arbeitet und in ihrer Freizeit zum Ausgleich modelt. Sobald der Sucher auf sie gerichtet wird, ist sie total präsent… dazwischen wird gequatscht und gelacht… Sehr angenehm… Und wir hatten einen Plan…

Versspielerin

Diana-8Fotografie. Diana ist Bloggerin. Ich weiß gar nicht mehr wie, aber irgendwann bin ich über ihren Blog verssprünge gestolpert. Sie schreibt schöne, zarte Verse und ein paar wenige Fotos von ihr findet man im Internet auch. Die hatten es mir angetan – Wahnsinns-Haare, ausdrucksstarkes, markantes Gesicht, kein Topmodel, kein Püppchen, nicht blutjung, ein „echter“ Mensch eben, toll!!!Diana-16Als ich dann entdeckte, dass sie auch gar nicht so weit von mir entfernt wohnt, habe ich sie einfach angeschrieben;-). Und Diana hatte tatsächlich den Mut, mal vor der Kamera zu stehen. Darüber habe ich mich wahnsinnig gefreut!Diana-26Getroffen habe ich eine auf mich ruhig scheinende, sympathische Frau mit einem zarten Wesen. Es hat sich zwischen uns beiden eine ganz ruhige, sich gut anfühlende Dynamik entwickelt und wir waren in einem gemeinsamen „Flow“, der sich für mich fast schon meditativ angefühlt hat. Diana-29Diana hat sich irgendwann sehr natürlich vor der Kamera bewegt, wir haben uns viel Zeit gelassen und ich glaube, sie hat sich auch wohlgefühlt. Ich bewundere ihren Mut und bedanke mich für die Lust auf dieses „Experiment“ und dafür, dass ich die Fotos auch hier zeigen darf😊!Diana-34Ein P.S. aus einer ihrer Mails: „– Noch ein Gedanke, der mir so im Nachhinein kam – man lernt sich selbst noch einmal ein bisschen besser kennen (oder von einer anderen Seite?) bei solch einem „Shooting“, irgendwie…! Sehr schön!“

 

Frau mit Hut

Anja-15Fotografie. Es war superheiß und ich dachte schon, Anja würde vielleicht absagen, weil bei so einer Hitze niemand vor der Kamera stehen möchte… Aber diese kleine zierliche Frau ist robust und hatte einfach Lust auf ein Fototreffen!

Wir hatten uns eine kleine „Story“ überlegt. Im dichten Wald ließ es sich einigermaßen aushalten. Die zahlreichen Mücken-Angriffe konnten Anja auch nicht aus der Ruhe bringen. Wir waren wie in einer „Kugel“ wie Anja einmal sagte… gefühlt ganz abgeschottet von der Welt, in völliger Ruhe…

Das Licht war auf einer höher gelegenen Wiese eigentlich noch nicht weich genug, die Sonne stand einfach noch zu hoch, aber auch das ließ sich gut bewältigen… Und Anja war aufgeschlossen für ein kleines Experiment mit Wasser;-)…

Anja wechselt mit einer Ruhe und Sanftheit ihre Posen, wartet geduldig auf Objektivwechsel und die Bitte einfach mal so zu verharren wie sie gerade ist, dass man sich kaum vorstellen kann, dass sie im „wahren Leben“ auf dem Bau arbeitet und dabei ein ganz anderes Temperament an den Tag legen muss…

Ein Dankeschön an Anja für dieses wirklich nette Treffen, für die Geduld und Ausdauer bei den Temperaturen!☀️

Don’t!

Fotoprojekt. In meinem Beitrag zu den Magischen Mottos von paleica habe ich mal in den „Fehlern“ geschwelgt: Unschärfe, Überbelichtung und „falscher“ Weißabgleich…

Aber was sind das eigentlich für „Regeln“ mit der Belichtung und der Schärfe und dem Weißabgleich?

Macht nicht jeder, der irgendwann den Automatikmodus verlässt und gerne mal ein bisschen „experimentiert“ genau diese „Fehler“ oder provoziert sie (wie z.B. Nylonsöckchen vor dem Objektiv), um einfach mal was anderes zu machen, um kreativ zu sein… ?

Geruch der Kindheit

milch-6Fotodokumentation. Wenn es allen Nutztieren so gut ginge wie den Kühen hier auf einem nahegelegenen Bauernhof, der hauptsächlich Milchkühe hat… … und freundliche Hunde… … … und supernette Landwirte, die einen immer herzlich willkommen heißen…

Mit „Hey, Mädels!“ werden die Kühe hier in die Melkstraße gerufen. Auf ihrem Weg dort hin kommen sie an einer Bürste vorbei, an der sie sich erst noch bei Bedarf den Rücken schubbern können. Ruhig, geduldig und friedlich stehen sie dann da beim Melken, ihre Euter voll, aber nicht bis zum Bersten prall gefüllt; nach dem Melken werden die Euter eingerieben, damit sie nicht wund werden; die Kälbchen werden mit der Milch ihrer Mütter versorgt, auch wenn sie natürlich nicht bei ihnen sind… der Bulle hat einen Namen, viele der Kühe auch. Wenn alle 70 Kühe gemolken sind, geht es raus auf die Weide, gegen Abend kommen sie von alleine zurück in den Stall… Die Augen des Bauern leuchten, seine Erzählungen über seine Arbeit sind voller Begeisterung und Leidenschaft… …

Der Geruch im Stall, die Geräusche – alles riecht nach Erinnerung an eine Kindheit draußen, im Stall und voller Abenteuer… …

Black and white

Fotoprojekt. Die zweite Aufgabe zu dem Bereich „Landscape“ in der Dogwood Challenge lautet:

„Look for a scene with great contrast that will make a great black and white.“

Hier habe ich einfach an einem sonnigen Samstag im Liegestuhl den Himmel beobachtet und immer mal wieder zur Kamera gegriffen…

bwlandscape

 

„See the bigger picture“ 6

WespenköniginFotoprojekt. Die Karte A36 – Durch Glas fotografieren hat Birgit „gezogen“ (oder hat sie wohl ein kleines bisschen gemogelt?😜) Die Aufgabe: „Fotografiere durch eine Glasfläche ein oder mehrere Motive.“ Dazu habe ich die Karte W04 – Motive rahmen gezogen (nicht gemogelt!😁). Die Aufgabe dort hieß: „Rahme das Hauptmotiv in deinem Foto.“

Mein erster Impuls war – wie Birgit ja unüberhörbar angedeutet hat;-) – die Glaskugel, aber die kann ein paar Beiträge später noch mal „bewundert“ werden;-)… denn ich hatte fotogenen „Besuch“ im Glas und habe mich kurz nach Themeneröffnung dem gewidmet… Hier habe ich also nicht nur durch Glas fotografiert, sondern das Hauptmotiv gleichzeitig auch damit gerahmt… eine Vignette gibt dann ihr Übriges dazu…

Die Wespe war übrigens ziemlich groß, äußerst friedlich und hat sich ziemlich entspannt einfangen und befreien lassen… eine Königin ist etwa 20mm groß; ich nehme an, dass es eine war auf der Suche nach einem Platz für ihr Nest…

Wespen haben einen schlechten Ruf, dass aber auch sie wichtige Pflanzenbestäuber sind, genauso wie Bienen, wird oft übersehen. Ebenso kümmern sie sich um Schädlinge – erbeuten z.B. Fliegen – und machen sich aufgrund dessen, dass sie Aas fressen, als Umweltpolizei nützlich. (Und wer so eine Taille hat, ist ja auch noch äußerst fotogen;-)…

So, und die nächste Karte zieht wieder Christina.

Was die anderen Projektteilnehmerinnen gemacht haben, seht ihr hier:

Wer das Kartenspiel auch zu Hause hat und mitmachen möchte, kann dies natürlich gerne tun😃! Bitte verlinkt euren Beitrag dann unter den Kommentaren. Die Beiträge zum neuen Thema erscheinen bei uns allen immer am 15. eines Monats um 8:00Uhr. Die kompletten Spielregeln könnt ihr hier nachlesen.

 

5 Dinge

5dinge-4Fotografie und Achtsamkeit. Ohne Idee, aber mit Lust zu fotografieren, bin ich abends losgegangen. Eine schwarze Feder am Straßenrand „lachte“ mich an, ich steckte sie in meine Fototasche und dachte: da mach ich noch was draus… Mein Mann sagt immer, es sei eine indianische Weisheit, dass Federn auf dem Weg einem sagen wollen:“Hier bist du richtig…“ Ich habe nie recherchiert, ob das stimmt, aber ich finde den Gedanken schön…5dinge-3Kurz danach „lachte“ mich die Blüte einer Heckenrose am Wegesrand an und ich hatte mein heutiges Thema: 5 Dinge sollten es werden, die mich heute finden, die meinen Weg kreuzen und die ich nach meinem Spaziergang fotografieren wollte… 5dingeNicht suchend, aber in einer offenen Haltung ging ich weiter auf dem geteerten Weg. Am Wegesrand Steine, die im Abendlicht fast unmerklich glitzerten. Ein Stein war es dann, den musste ich aufheben… er fühlte sich erstaunlich warm an und ich drehte ihn lange in meinen Händen, staunend – kenne ich doch Steine und weiß, wie sie sich anfühlen… aber irgendwie überraschte mich diese Wärme… 5dinge-2Ich fühlte mich wie ein Kind auf Schatzsuche und dennoch nicht suchend. Offen, mit einem Anfängergeist, entdeckend. Im Frieden mit mir und der Welt um mich herum. Wenn es nicht 5 Dinge sein sollten, dann eben nicht – es würde sich schon fügen…5dingeAber irgendwie lag immer etwas direkt vor meinen Füßen… eine Dreierkombination Tannenzapfen… kurz danach wehte eine heftige Windböe durch die Bäume, ein einziges Blatt segelte über die Straße und landete genau vor meinen Füßen… Es fühlte sich richtig samtig an und ich staunte wieder einmal über das, was ich eigentlich zu kennen glaube und jetzt doch überrascht über seine haptische Beschaffenheit in Händen hielt…

Was wir manchmal alles finden, wenn wir eigentlich nicht suchen, sondern bloß offen sind… …