Stairway to…

Library Stuttgart-13Fotografie und Achtsamkeit. In die Stille eintauchen, ins Weiß, in Struktur… in aller Ruhe Objektive wechseln, den eigenen Standort um ein paar Meter verändern, durch den Sucher schauen…

Hinweise darauf finden, wo sich die wirklich wichtigen Dinge im Leben verbergen…

Ich fange mal „hinten“ an: ein schöner, passender Abschluss für den überaus spannenden, lustigen, interessanten, toll organisierten Foto-Marathon mit Markus.

Selbstversuchen

Fotoprojekt. Die Überschriften der Fastenaktion von Andere Zeiten e.V. möchte ich fotografisch umsetzen… Hier das Ergebnis der zweiten Woche: HBO_5959

Selbstversuchen statt Googeln… Vor ein paar Wochen hatten wir 14 Tage lang Besuch aus China. Viel haben wir gelernt – über China, über unseren Gast, über Deutsch als Fremdsprache und über uns selbst. Kraniche, die ich sehr liebe, gelten in China als „Vogel des Glücks“. Es hat sich so ergeben, dass wir einmal in der Küche standen, während wir darauf warteten, dass der Reis gar wurde und einen Kranich falteten. In China gilt es als großes Geschenk, jemandem zum Geburtstag viele gefaltete Kraniche zu schenken oder sie als Mobile aneinandergereiht aufzuhängen.

Selbstversuchen statt Googeln… Ich wollte mir unbedingt merken, wie ein Kranich gefaltet wird, habe noch einen einzigen geübt, während unser Besuch da war, dann hatte sich das Thema Origami-Kranich auch wieder erledigt. Die gefalteten Kraniche standen bisher in der Küche im Regal, von Tag zu Tag unbeachteter. Wie man einen faltet, hatte ich natürlich schon wieder vergessen.

Selbstversuchen statt Googeln… Wenn wir etwas nicht wissen, googeln wir schnell… für das Foto hatte ich mir ganz bewusst als Experiment vorgenommen, einmal nicht zu googeln, sondern selber zu überlegen, zu tüfteln, zu experimentieren, mich zu erinnern, wie das noch mal war mit dem Falten. Über eine Stunde habe ich mich nun mit buntem Origami-Papier beschäftigt und den Kranichen. Es war wirklich eine Geduldsprobe, herauszufinden, wie er gefaltet wird…

Selbstversuchen statt Googeln… was habe ich heute gemacht? Habe ich über eine Stunde verschwendet, um ein Foto von ein paar gefalteten Kranichen machen zu können? Wäre alles schneller gewesen, wenn ich nach der Faltanleitung gegoogelt hätte…

Selbstversuchen statt Googeln… aber was habe ich dabei heute auch „erlebt“? Ich habe über eine Stunde hochkonzentriert im Garten am Tisch gesessen, die Frühlingssonne scheint mir auf den Kopf, die Vögel zwitschern, der Hahn von nebenan kräht, die Schäfchen blöken, meine Bienen summen, der erste Zitronenfalter ist vorbeigeflattert, leichter Wind weht, meinen Rücken halte ich noch mit einer Fleece-Decke warm… meine Hände gleiten über das quadratische Papier, drehen und wenden es, formen die Spitzen sorgfältig aus… ich freue mich, dass ich selbst herausgefunden habe, wie gefaltet wird… wahrscheinlich werde ich es so schnell nicht wieder vergessen… und natürlich wird dann auf der Wiese liegend gruppiert, drapiert, hin- und hergedreht, fotografiert… ich bin ganz im Einklang mit mir und der Welt…

Selbstversuchen statt Googeln… Kinder haben ganz schnell irgendwann den Drang alles selbst zu versuchen… Man darf bei nichts mehr helfen, sie wollen alles alleine machen… Wann verlieren wir das Selbstversuchen?

Steffi von Sunflowersdarling hat auch einen Beitrag zu „selbstversuchen“. In der dritten Fastenwoche soll die Überschrift „verbinden“ fotografisch umgesetzt werden.

Reduktion

hbo_5393Fotografie. Inspiriert von der aktuellen Aufgabe der Playdates habe ich mich mit der Reduktion in der Fotografie beschäftigt. Auch bei Robert Mertens habe ich dazu wieder nachgelesen und mir Anregungen geholt. Bei dem Thema Reduktion steht schnell die „Farbe“ Weiß im Mittelpunkt. Da ich eigentlich eher der „Dunkeltyp“ bin, habe ich auch mit Schwarz zum Thema Reduktion experimentiert. Weiß ist aber einfach anders und auf seine Art besonders.

Robert Mertens fragt in seinem Buch „Der eigene Blick“, was Weiß sei. „Ist es eine Farbe, eine Nichtfarbe oder die Möglichkeit, sich zu einer Farbe zu entwickeln? (…) Oder ist Weiß gleichbedeutend mit Stille und Leere (…)?“

Ich fand es sehr spannend, dass es schwer ist, wirklich Weiß zu fotografieren. Es scheint sich oft eine Farbe daraus entwickeln zu wollen. Was mir thematisch und inhaltlich sehr gut gefällt ist, dass ein Foto mit großem Weißanteil Ruhe ausstrahlt und Stille. Ein Foto mit großem Schwarzanteil ist für meinen Geschmack nicht so ruhig, da entsteht trotz ähnlichem Aufbau mehr Spannung.

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Abstraktion

Fotoprojekt. Das Thema zu den Magischen Mottos 2017 musste ich mir richtig erarbeiten, da ich mich mit abstrakter Fotografie bisher noch nicht auseinandergesetzt hatte. Das hat richtig Spaß gemacht und mir eine neue Dimension der Fotografie eröffnet – vielen Dank, Christina, für die Anregung☺️!

Bei Robert Mertens bin ich fündig geworden, um mich kurz und knapp in das Thema einzuarbeiten. Er schreibt, „in der Abstraktion geht es darum, die Realität zu verlassen und sich dem Spiel der Formen, Farben und Strukturen zu widmen, um so ein neues – ein abstrahierendes – Bild zu erzeugen und dadurch etwas vorher so nicht Sichtbares sichtbar werden zu lassen. (…)“ Er schreibt, abstrakte Bilder müssten erst entschlüsselt werden und „dafür ist ein zweiter und dritter Blick erforderlich, und je nach Motiv entstehen neue, eigene Gedanken und Assoziationen, für die der Betrachter sich allerdings öffnen muss.“ Abstrakte Fotos bräuchten aktive Betrachter. „Jedes abstrakte Werk wird dadurch – je nach Betrachter – immer wieder eine veränderte Wirkung entfalten.“

Er stellt als abstrakte Arbeitsweisen vor: Fotos auf ihre grafischen Elemente herunter zu brechen, das Chaos zum zentralen Motiv zu machen, unscharf oder überbelichtet zu fotografieren, ganz nah ans Motiv heranzugehen oder mehrfach zu belichten.

Das Ergebnis vieler Versuche und Ideen sind zwei Serien, bei denen ich immer zwei Arbeitsweisen umgesetzt habe, die mich gerade sowieso beschäftigen: die Überbelichtung und die Doppelbelichtung. Mehr möchte ich zu den beiden Serien nicht sagen, da ich ja auf „aktive Betrachter“ hoffe😉…

 

Blau – so kalt

dsc_0374Wandern. Die zweite Etappe des Natursteigs bin ich letzten Dezember ein paar Tage nach der ersten gegangen. Meine Schwester und ihre kleine Tochter (damals noch nicht mal 2) haben mich begleitet. Meine Nichte hat warm eingemummelt in der Trage gute 6 Stunden auf unseren Rücken durchgehalten und das Wandern genossen. Zu diesem Zeitpunkt war sie sehr interessiert an Bäumen und wir mussten etliche Male stehen bleiben, damit sie einen bestimmten Baum „streicheln“, anfassen und berühren konnte.

Wir hatten uns etwas verkalkuliert damit, wie früh es dunkel wird und die letzten 2-3 Kilometer waren in der Dämmerung und Dunkelheit wirklich abenteuerlich, denn der Natursteig heißt nicht umsonst „Steig“…Die Belohnung waren ein paar Fotomöglichkeiten zur Blauen Stunde.
Eine kleine Serie zum Thema „Blau“ ist entstanden.