Im Tunnel

ffFoto mit Persönlichkeit. Auf meiner letzten Wanderung stand ich irgendwann vor dem Eingang eines Tunnels… es führte kein Weg daran vorbei, wenn ich nicht umkehren wollte.

Einen halben Kilometer lang geht es durch den Berg durch den ehemaligen Eisenbahntunnel. Der eigene Schritt hallt durch den menschenleeren Tunnel.

Irgendwie hat man ganz schnell ein mulmiges Gefühl… von Enge… von Verfolgtwerden… von unwissentlich Nicht-allein-Sein… das Rauschen des strömenden Regens dringt auf beiden Seiten sachte in den Tunnel ein… ein leichter Wind fängt sich immer mal wieder in den Haaren…

Vielen lieben Dank, Kristina, für das Ausharren in der Kälte – immerhin sind wir trocken geblieben😘!

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Part III: Being relaxed

Sandra-20Foto mit Persönlichkeit. Und wie das bei Shootings eben ist: irgendwann wird man immer entspannter, das Zusammenspiel gerät immer mehr in einen Flow, jeder weiß gut, was der andere von ihm möchte…

Vor und hinter der Kamera verteilt sich die Energie irgendwann gleichmäßig, man kommt in einen Flow aus Vorschlägen, Drauf-Eingehen, Anbieten… auf beiden Seiten…

Dass in der Halle, vor der wir fotografiert haben, gerade auch noch Soundcheck für eine anstehende Party war und der Tontechniker „Who wants to live forever“ durch die Anlage jagte, hat das ganze Setting insgesamt sehr atmosphärisch gemacht…

Danke noch einmal, liebe Sandra, für diesen fotomäßig ergiebigen Nachmittag, aber auch für die gemeinsame, wirklich schöne Zeit😊!

Part II: Being Ready

Sandra-7Foto mit Persönlichkeit. Nachdem es uns gelungen war, Fotos zu machen, die Weichheit und Verletzlichkeit zeigen, konnten wir „stärker“ werden;-)…

Manchmal kommen Worte so aus mir heraus und es ist gar nicht schwer, Texte zu meinen Fotos zu schreiben… diesmal fällt mir zu den Fotos nicht viel (eigener) Text ein… stattdessen kommt mir eine Liedzeile in den Sinn… immer und immer wieder…

The train is always on time, the trick is to be ready to put your bags down…

(Adam Cohen, „Put your bags down“)

Part I: Being Lost

SandraFoto mit Persönlichkeit. Diesmal habe ich eine langjährige, liebe Kollegin vor der Kamera gehabt. Sandra war offen für meine Ideen, so dass ich eine kleine Fotoserie – in drei Teilen – erstellen konnte und dafür bin ich sehr dankbar!

Was mich am meisten gefreut hat, ist, dass Sandra sich für unser Foto-Experiment komplett abgeschminkt hat. In meinen Augen ist sie eine bildhübsche Frau, die kein oder nicht viel Make-Up braucht. Ich bin kein Schmink-Gegner, aber manchmal ist eben „nude“ auch spannend;-)… Ich war sehr berührt, dass sie mir die Möglichkeit gegeben hat, sie ein wenig davon zu überzeugen und dass sie den Mut hatte, sich ihrer eigenen kritischen Betrachtung zu stellen…

Wieder einmal habe ich großen Respekt davor, sich vor eine Kamera zu stellen und sich (neu) zu entdecken und zu zeigen… Vielen Dank😘!

Im Leben sein

cloudysky-2Fotografie und Achtsamkeit. Seit ich intensiv fotografiere, denke ich immer mehr darüber nach, wann die Kamera mein Begleiter sein sollte und wann nicht. Gerade als ich die Kamera neu hatte, mich auch viel in die Technik „einfuchste“, hatte ich die Kamera eigentlich immer dabei. Es könnte ja sein, dass sich ein Motiv anbietet, das ich unbedingt fotografieren „muss“…

Das hat so langsam aber nicht nur meine Familie gestört sondern auch mich selbst… es war wie eine ständige „Jagd“… ich fühlte mich zunehmend als sei ich nicht mehr im Leben „drin“, sondern als jage ich Teile daraus, die ich festhalte… festhalte, um Technik zu üben, anschließend in Lightroom etwas zu entwickeln und gegebenfalls auch um etwas für einen Blogbeitrag zu haben… Wenn sich die vordatierten Blogbeiträge dem Ende zuneigten, war klar: die Kamera muss mit, ich brauch was Neues…

…ganz schön anstrengend… und eigentlich fotografiere ich doch zum Entspannen, zum Durchatmen… …

Mehr und mehr bin ich dazu übergegangen, die Kamera zu Hause zu lassen… oder sie eben mitzunehmen, aber dann weil ich fotografieren möchte, mich gezielt dem Fotografieren, Sehen, Entdecken und dem Dialog-mit-der-Welt-vor-der-Kamera widme… Wenn ich die Kamera zu Hause lasse, „fotografiere“ ich mit den Augen, mit dem Herzen… inhaliere ich das Leben…

Andreas

Andreas-6Foto mit Persönlichkeit. Schon länger wollte ich gerne auch mal einen (fremden) Mann fotografieren. Das ist einfach anders als eine Frau vor der Kamera zu haben: das Posen, die Perspektiven, die Interaktion. Die Möglichkeit, Ecken und Kanten herauszuarbeiten…

Von Andreas als Mensch, war ich direkt nach etwas Recherche im Internet fasziniert. Man findet viel über ihn und es fügt sich ein interssantes Bild zusammen, das die „Live-Version“ nur bestätigt;-).

Andreas ist MMA-Fighter (aktueller Schwergewichtschampion der German MMA Championship) und Diplom-Sozialpädagoge. MMA-Fighter (bei Mixed Martial Arts wird ohne Handschuhe, Schuhe und Helm in einem Käfig gekämpft und es werden Techniken sämtlicher Kampfsportarten gemischt) ist er vielen Vorurteilen ausgesetzt. Er genießt es dann, sich als studierter Mann zu „entpuppen“ und auch noch als Pädagoge. Für ihn steht das jedoch nicht in einem Widerspruch… und wenn man ihn kennenlernt, versteht man das…

Andreas ist ein bärtiger Hüne, eine Ausnahmeerscheinung – an unserem Shooting-Tag sogar noch mit Veilchen. Als Fighter hatte ich ihn mir etwas furchteinflößend vorgestellt und mich innerlich zum Shooting-Treffen auch ganz groß gemacht😂. Er kann sicherlich  auch furchteinflößend sein… muss er aber nicht;-). Er ist ein Mann der Gegensätze, eine imposante Erscheinung, jemand, der Ruhe, Gelassenheit, Herzlichkeit und ein gesundes Selbstbewusstsein ausstrahlt, jemand, der weiß, was er will, jemand, der etwas aus Überzeugung tut, für etwas brennt… eine wirkliche Persönlichkeit.

Ich bin zwar kein MMA-Fighter, kein Mann, kein Sportler, kein Sozialpädagoge, kein Hundebesitzer, kein Playstation-Zocker, kein Model, aber in ganz vielem von dem, was Andreas verkörpert, sehe ich wieder auch mich selbst … so wie immer, wenn ich mit Herz fotografiere;-)… …

Industrial

Stöffelpark-6Fotoprojekt. Wenn Museen so sind wie der Stöffelpark, dann ist das weit entfernt von langweilig. Schon länger wollte ich hier hin, um mir ein Stück Lokalkolorit anzusehen und natürlich um zu fotografieren.

Ich war beeindruckt von diesem verwaisten und wieder zu neuem Leben erweckten Stück Industriekultur. Bei jedem Schritt lernte ich neu das Staunen… und es gab mal wieder ein paar Gelegenheiten, um auch mein Weitwinkel „artgerecht“ einzusetzen;-)…

Es wirkte alles gleichzeitig total futuristisch und irgendwie auch historisch… ich fühlte mich ein bisschen wie in den Film „Mad Max“ reingesogen und hätte mich nicht gewundert, wenn jeden Augenblick ein paar Menschen in Steam Punk Kleidung um die Ecke gekommen wären… …

Besonders beeindruckend fand ich auch die Werkstatthalle, in der ein großer Teil an Informationen des Museums interaktiv aufbereitet war… wahnsinnig ästhetisch und kunstvoll gestaltet… und vor allem für alle Sinne: beim Betreten der Werkshalle schlug einem der Geruch von Öl und Eisen entgegen, rau und pur; aus Lautsprecheranlagen kamen Anweisungen eines Werkstattleiters und das metallische Hämmern und Scheppern der Arbeiter; etliche interaktiven Informationselemente leuchteten in angenehmen Farben und bestachen die Augen; Metall, Stein, Plastik, Holz, Glas – alles konnte man anfassen…

Mann und Frau

Mary u Max-10Foto mit Persönlichkeit. Verliebtes-Pärchen-Fotos sind zwar schön und gut, aber man merkte, irgendwann hatte Max einfach die Nase voll von Romantik und „Schmusekurs“😂… Es hat total Spaß gemacht zu sehen, wie Mary und Max bei dem Pärchenshooting aber auch Lust hatten, etwas mehr zu „spielen“…

Mary und Max sind ein wirklich nettes Pärchen, das seine Hochzeit im nächsten Jahr plant. Ich wünsche den beiden von Herzen viel Glück und bedanke mich, dass ich hier die Fotos von unserem Shooting-Nachmittag zeigen darf!

Viola

Viola-4Foto mit Persönlichkeit. Einfach schön, wenn man mit einer Freundin auch was Anderes machen kann als Kaffeetrinken gehen😃!

Viola wollte gerne Fotos im Boho-Stil machen. Wir haben vorher ein Moodboard erstellt und ziemlich schnell gemerkt, dass wir ähnliche Vorstellungen davon hatten, in welche Richtung die Fotos gehen könnten.

Mit einem Wäschekorb voll Klamotten kam Viola nachmittags bei gutem Wetter spontan mal vorbei und es konnte endlich losgehen mit unserem gut geplantem Shooting. Das Licht war uns wohl gesonnen und die Natur ums Haus bot einfach die perfekte Kulisse…

Es ist immer wieder etwas anderes für mich, liebe gut bekannte Menschen zu fotografieren als Fremde. Am Anfang sind die Hemmungen irgendwie größer, aber wenn man dann erst mal angefangen hat, ist der Flow, in den man gemeinsam kommt, einfach nur schön… so auch an diesem Nachmittag voller Klamotten- und Ortswechsel, Jagd nach dem Licht, Warten auf den perfekten Windhauch, gestraffter Schultern und gereckter Kinns… Lachen…

Danke für die schöne gemeinsame Zeit, das Vertrauen und vor allem auch dafür, dass ich unsere Ergebnisse zeigen darf😊!

Für den aufmerksamen Beobachter: ja, ich bin meinem Monatsmotto schon wieder etwas untreu geworden, es handelt sich hier nicht um ein Bildpaar… aber ich habe die Fotos ja wenigstens in Zweiergrüppchen präsentiert😉… Das mit dem strengen „roten Faden“ übe ich noch mal wann anders😂…